Gute Wege – gute Wirtschaft, auch für den Einrich!
Mit Statement von VG Bürgermeister Harald Gemmer
Einrich / Rhein-Lahn-Kreis. Die Mittelrheinbrücke, die Lahn als Wasser- und Tourismusstraße und der durchgängige Lahntalradweg - drei wichtige Wege für den Rhein-Lahn-Kreis und den Einrich! Nachdenklich, sehr nachdenklich, wird man dieser Tage wenn man im Einrich und damit auch im Rhein-Lahn-Kreis lebt! Der Eindruck drängt sich auf, dass konsequent - vernünftige Schritte zu einer wirtschaftlich zukunftsfähigen Weiterentwicklung des Rhein-Lahn-Kreises und der Region Mittelrhein unterlassen werden.
Eine Hiobsbotschaft jagt die Nächste! Erst das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Rheinland-Pfalz zum Lahntalradweg. Dann die Ankündigung des Bundesverkehrsministers Ramsauer (CSU), die Lahn als Wasserstraße zukünftig nicht mehr erhalten und pflegen zu wollen und zum „perfekten“ Abschluss die Meldung, dass die Mittelrheinbrücke - bei St. Goarshausen - nicht gebaut wird.
Handwerk, Handel, Industrie und vor allem die Tourismusbranche sind von guter Erreichbarkeit unmittelbar abhängig. Die Rheinquerung - in Form der Mittelrheinbrücke - wäre die effektivste Möglichkeit ein touristisches und wirtschaftliches Zusammenwachsen zu realisieren. Ein weiteres und aktuelles Problem: Schrumpfenden Einwohnerzahlen, auch bedingt durch die Abwanderung in die Wirtschaftszentren, kann man garantiert nicht mit einer Erhaltung inakzeptabler Verkehrswege begegnen. Wird die Lahn sich selbst überlassen und, wie von Bundesverkehrsminister Ramsauer (CSU) gefordert, nicht mehr als Bundeswasserstraße gepflegt – ist das der erste Schritt zu einer effektiven Tourismusverhinderung - an der Lahn und ihren Ufern. Links der Lahn liegt der Einrich. Sollte wahr werden, was Ramsauer fordert, wird der Einrich - sprichwörtlich - wieder ein Stückchen mehr links liegen gelassen.
Genauso verhält es sich mit dem Lahntalradweg. Es spricht nichts gegen einen durchgängigen und ohne größere Steigungen befahrbaren Lahntalradweg. Aber so vieles dafür. Gerade für Familien mit kleinen Kindern oder Senioren ist ein gewisser Komfort bei der Planung und Durchführung einer Radtour unabdingbar. Das Angebot entweder die Höhenmeter zwischen Laurenburg und Geilnau zu radeln oder mit der Bahn zu fahren ist touristisch wenig sinnvoll. Vorenthält es den Lahn-Touristen auf jeden Fall Laurenburg und damit auch einen der schönsten Abschnitte der Lahn überhaupt.
Die Bürgerinitiative PRO LÜCKENSCHLUSS vertritt hier das Interesse stellvertretend für alle Befürworter des Lückenschlusses. Das alles hat auch konkrete Auswirkungen auf den Einrich. Die Möglichkeiten für den Einrich auf sich aufmerksam zu machen und für die diversen Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten zu werben, werden einfach weniger. Gastronomische und touristische Angebote finden so garantiert nicht mehr Interessenten und damit Gäste.
Der Einrich hat viel zu bieten und einiges zu verlieren.
Ein wichtiger Schritt, nicht nur um die Gemeindekassen zu entlasten, ist die Vermarktung der attraktiven und äußerst günstigen Bauplätze und Baugrundstücke.
Neben schnellen Internetzugängen ist eine effektive Verkehrsanbindung - in alle Richtungen - von grundsätzlicher Bedeutung. Der Einrich muss dringend effektive Möglichkeiten der Eigenwerbung an die Hand bekommen. Dies ist notwendig, damit die Region Einrich sich nachhaltig bei evtl. Interessenten bewerben kann und nicht umgekehrt!
Eine große Hilfe für diese Anliegen des Einrich sehen wir - die Macher von www.termininfo-einrich.de - in einer konsequenten Bewerbung der Attraktionen, der überdurchschnittlichen Gastronomie und der touristischen Möglichkeiten.
Zu diesem Themenkomplex haben wir VG Bürgermeister Harald Gemmer befragt.
Wir wollten gerne seine Meinung zu den aktuellen Geschehnissen hören. Hier sein persönliches Statement.
Den Verfassern der Stellungnahme zu den letzten Veröffentlichungen kann ich nur beipflichten. Es ist nicht sehr motivierend nur zu lesen, was nicht geht. Weder Rheinbrücke noch Radweg und die Degradierung der Lahn. Die Entscheidung die Brücke am Mittelrhein nicht zu bauen schmerzt besonders, wenn man bedenkt, welche Kraft, Herzblut und auch Geld in diesem Projekt stecken. Unsere Berufspendler und unsere Unternehmen sind auf günstige Verkehrsverbindungen angewiesen. Eine Brücke bietet Möglichkeiten, die ein Fährbetrieb nicht kann. Von daher macht es wenig Sinn die beiden Möglichkeiten miteinander zu vergleichen. Warum müssen wir jetzt bis zum Jahr 2016 den Fährbetrieb ausbauen und beobachten, wie es sich entwickelt. Alle kennen das Ergebnis, eine Brücke kann mehr. Das Einzige, wir haben wieder fünf Jahre verloren.
Zur Durchgängigkeit des Radweges sehe ich die Zeichen positiv.
Die Menschen der Region werden aktiv. Sie sagen deutlich, was Sie wollen. Hier wird Bewegung in die Entwicklung kommen und eine Entscheidung gefunden werden, und zwar eine mit Vernunft, die nicht so viel Geld kostet, dass jeder den Kopf schüttelt. Es wurde höchste Zeit, dass die Bürgerschaft sich gemeldet hat. Die Lahn ist der Freizeitfluss und bietet vielfältige Möglichkeiten. Er ist touristisch ein Juwel und für die Wohnqualität ein wichtiger Baustein. Die Lahn hat ein großes Potenzial und wir müssen es nutzen. Das wird getan, in dem sich die Regionen an der Lahn von der Quelle bis zur Mündung zusammenschließen und gemeinsam werben. Überlegungen die Unterhaltung an der Lahn zurück zufahren wäre gegen den Trend. Hier gilt es die Gunst der Stunde zu nutzen und der Lahn die Qualität zu lassen, bzw. weiter auszubauen - um das Gesamtziel zu erreichen und die Wertschöpfung vor Ort zu steigern.
Harald Gemmer im Mai 2011
Wir bedanken uns bei VG Bürgermeister Harald Gemmer ganz herzlich, für sein persönliches Statement. Vielen Dank!
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